BESUCHERBERGWERK PHILIPPSTOLLEN

Der Besucherstollen

Fast 100 Jahre sind seit der Schließung des Bergwerks „Briloner Eisenberg“ vergangen. Seit 1992 erlebt der Philippstollen eine Renaissance. Heimatfreunde und Bergbauinteressierte haben den Schritt gewagt, den Stollen auf einer Länge von ca. 700m für Besucher begehbar

und erlebbar zu machen. Auch das Umfeld mit Steigerhausfundamenten, Erz-Verladerampen und Brunnen wurden erschlossen. Die feierliche Einweihung als Besucherbergwerk fand am 28. September 2002 statt.

Zur Lage des Besucherwerks

Der „Briloner Eisenberg“ bildet die westlichste Lagerstätte der hämatitischen Eisenerzvorkommen im Ostsauerland. Er befindet sich im nordöstlichen Stadtgebiet Olsbergs, im Grenzraum zu Brilon.

Zur Geologie

Die auf dem Vulkangesteinzugs „Ostsauerländer Hauptsattel“ gelegene Grube „Briloner Eisenberg“ gehört zum Sauerländer Eisenbezirk, welcher sich über die Fläche Olsberg-Marsberg-Adorf erstreckt. Sie befindet sich in unmittelbarer Nähe einer großen Bruchlinie, der „Altenbürener Störung“ und ist die westlichste einer Vielzahl von Eisenerzgruben. Deren Gesteine sind an den „Hauptgrünsteinzug“ gebunden und im oberen Mitteldevons vor ca. 385 Mio. Jahren durch Vulkanismus im Rheinischen Schiefergebirge entstanden.

Die Mächtigkeit der hydrothermal entstandenen Eisensteinlager schwankt zwischen 1m und 20m, die West-Ost Ausdehnung beträgt bis 800m. Das Gestein enthält dabei ca. 36% Eisen (Fe). Der Philippstollen durchfährt zunächst eine mächtige Serie aus Diabasen und Tuffen des Hauptgrünstein-Vulkanismus um dann das eigentliche Roteisenerz zu erfassen..

Zur Geschichte

Die bergmännische Ausbeutung begann auf dem Gipfelkamm des 606m hohen „Briloner Eisenbergs“ im Tagebau in früher Zeit. In muldenartigen Gruben wurde das oberflächlich ausbeißende Erz gewonnen. Erstmalig erwähnt wird der „Briloner Eisenberg“ im Jahre 1465. Das geförderte Erz wurde zunächst in der Nähe des Fundortes in sogenannten Rennöfen verhüttet. Danach verlagerte man die Erzverarbeitung in die Täler, wo die Wasserkraft zur Verfügung stand. So entstand auch die Olsberger Hütte im 16. JH am Gierskoppbach. (heute Firma Olsberg Hermann Everken GmbH). Dem Pingen-Abbau auf den Höhen folgte die Förderung aus Schächten, bei denen das Erz in Körben mittels Haspel an die Oberfläche gefördert wurde. Danach wurden dann Stollen in den Berg getrieben. Am Südhang des „Briloner Eisenberges“ wurden ab dem 16. JH mindestens 5 Tagesstrecken aufgefahren, die eine bessere Förderung ermöglichten:

1600    Alter Stollen
1716     Kirschbaumstollen
1732     Allerheiligenstollen
1749     Philippstollen
1780     Maxstollen

Über diese horizontalen Strecken gelangten die Bergleute wesentlich besser an die mächtigen Eisenerzlinsen im Innern des Berges. Als Gewerke (d.h. Betreiber) der Bergwerke waren Unternehmer- und Kaufmannsfamilien aus Brilon und Olsberg seit dem 16. JH tätig. Der Philippstollen wurde am 21.August 1749 unter dem Stöllner Jürgen Schröder angehauen und am 6.November 1754 fertiggestellt. Die Läge des Stollens betrug 128 Lachter, also 268m. Die ersehnten Erzlager wurden aber erst später erreicht. Nach der Blütezeit Ende des 19. JH gingen die Förderzahlen zurück, obwohl noch Vorräte vorhanden waren. Bedingt durch die wachsende Konkurrenz auf dem Weltmarkt wurde das Bergwerk „Briloner Eisenberg“ am 15.Juli 1916 endgültig geschlossen. Alle Stollen sind heute Bergwerksruinen, die bis auf den Philippstollen für Besucher nicht zugänglich sind.

EINIGE EINDRÜCKE

Informationen

Der Philippstollen ist eine Station am interkommunalen Themenwanderweg „Gewerkenweg“. Der Weg verbindet über den Eisenberg das Museum und Gewerkenhaus Hövener in Brilon mit den Gewerkenhäusern Kropff-Federath und Hester/Bathen in Olsberg.

Besichtigungen und Führungen

In den Monaten April bis Oktober ist eine Besichtigung nur nach Absprache oder  Freitags um 16.00 Uhr möglich. Gruppenführungen jederzeit auf Anmeldung. 

Preise

Für Personen und Gruppen gibt es Preise auf Anfrage.
Kontaktieren Sie uns gerne.

Kontakt und Auskünfte

Touristik und Stadtmarketing
Olsberg GmbH
Ruhrstraße 32
59939 Olsberg
Telefon: 02962 97370
E-Mail: touristik@ts-olsberg.de

Günter Senger
Am Heidfeld 1
59939 Olsberg
Telefon: 02962 5692
E-Mail: guenter.senger@gmx.de

Siegfried Stahlmecke
Elleringhauser Str. 29
59939 Olsberg
Telefon: 02962 5994
E-Mail: siegfried.stahlmecke@gmx.de

Kontakt

Haben Sie eine Frage oder möchten etwas loswerden? Auch Buchungen oder Anfragen für den Philippstollen nehmen wir gerne entgegen!

Anschrift:
Heimatbund der Stadt Olsberg e.V.
Hauptstraße 100
59939 Olsberg

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